TURNGEMEINDE OFFENAU 1910 e.V.
TGO @

Geschichte

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten im Jahr 2010 hat Jürgen Kowol viele Geschichten, Erinnerungen und Erzählungen zusammengetragen. Einige sind in dieser Laudatio zusammengefasst, Im Nachgang zum Jubiläum werden hier in der kommenden Zeit einzelne Epochen der TG Offenau zu finden sein. Die Zusammenstellung und Zusammenfassung bedarf allerdings noch etwas an Zeit. Bis dorthin liefert ihnen diese Laudatio einen kleinen geschichtlichen Überblick:

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
verehrte Jubiläumsgäste,
liebe Faulenzerinnen und Faulenzer,

so wurden in den frühen Jahren der Turngemeinde Offenau oftmals die Sportler der TGO  genannt. Denn anstatt im landwirtschaftlich geprägten Offenau auf dem Feld zu helfen, gingen sie lieber auf den Sportplatz und mussten sich gegen einige Vorurteile durchsetzen.

Gott sei Dank hatten sie dieses Durchsetzungsvermögen – denn ohne diese Faulenzer hätten wir heute nichts zu feiern.
Voller Stolz und Freude blickt die TG Offenau auf Ihre 100jährige Geschichte zurück, auf 100 Jahre Sport und Spiel, Siege und Niederlagen, Feste, Feiern und Unterhaltung, Spaß und Geselligkeit. Unser Verein hat goldene Jahre zu seiner Entwicklung genutzt, und Jahre des Krieges und der Rezessionen bis heute überstanden.
Diese 100 Jahre möchte ich in den nächsten Minuten für Sie aufbereiten und Revue passieren lassen. Viele Gespräche mit TGO-Veteranen, Erzählungen und Berichte langjähriger Mitglieder und unzählige Aufschriebe sind Grundlage dieser Festrede. Lassen Sie sich noch einmal in die Zeit der Gründung bis zum jetzigen Moment zurückversetzen, lassen Sie Bilder und Erinnerungen der Lebensgeschichte unserer Turngemeinde erwachen und schwelgen Sie mit uns in 100 Jahren Sportgeschichte.
Wir schreiben das Jahr 1910. Genau am 01. Mai 1910, so steht es in den Büchern, gründeten 15 aktive und 16 passive Mitglieder die TG Offenau. Damals, wie die Namensgebung verrät, hauptsächlich als Turnverein, oder wie es zu dieser Zeit hieß, zur Ausübung von „Leibesübungen“. Erster Vorstand war Eduard Röser, der als schwierige Aufgabe vor allem das Beschaffen von Sportgeräten hatte. Geturnt wurde vorerst nur im Sommer. Erst in den Folgejahren konnte auch im Winter im Kelterraum der alten Schule - natürlich nur dann, wenn nicht gekeltert wurde, geturnt werden. Was aber auch kein Vergnügen war. Die Temperaturen drinnen war oftmals nur gering höher als die Temperaturen im Freien. Als erste Anschaffung wurde vom Turnverein in Gundelsheim ein gebrauchter Barren für 75 Mark gekauft. Ein Original der ersten Satzung wurde ebenfalls im Zuge der Jubiläumsrecherchen von Karl Steiner gefunden und uns zur Verfügung gestellt.
Das Geld aus den Mitgliedsbeiträgen reichte natürlich nicht, um die Anschaffungen finanziell zu ermöglichen. In dieser Zeit wurden deshalb die ersten Veranstaltungen ins Leben gerufen. Neben dem Theaterspielen fand am 22.02.1914 der erste TGO-Fasching statt. Kurze Zeit später am 13.06.1914 unterbricht der 1. Weltkrieg den Aufbau der TGO. Erst im Jahr 1919 wird der Turnbetrieb wieder aufgenommen. Am 01. Mai 1919 wurden erstmals wieder Mitgliedsbeiträge kassiert. Am 11. Mai fand der erste Vereinsausflug statt. Das Ziel dürfte Stein a. K. gewesen sein. Überliefert ist auch, dass sogar Musik beim Ausflug vorhanden war.
Weitere Anschaffungen konnten durch die Wiederaufnahme der Aktivitäten zum Fasching und der Theaterabende getätigt werden. Knapp 60 Mitglieder, darunter 10 Zöglinge engagierten sich zu dieser Zeit im Turnverein.

Im Jahr 1921 fand dann das bislang größte organisierte Fest des Turnvereines statt. Am 26. Juni feierten über 3.000 Besucher das Gauturnfest mit Umzug, mehreren Festzelten, adretten Festdamen und vielen weiteren Anstrengungen.  Ganz Offenau war festlich geschmückt. Als Festgelände diente die Festwiese an der früheren Fähre (dem heutigen Beginn der Johann-Michl-Promenade) und somit ganz in der Nähe des heutigen Kornlupferfestes.
17.570 Mark Umsatz erzielten die Verkaufsstände, der Gewinn lag bei 6.562 Mark. Summen, die wir heute gerne noch hätten. Aber nur auf der Vereinsseite. Als Gast hatte man in dieser Zeit für ein Bier 10 Mark zu bezahlen. Eine Portion Wurst mit Brot kostete stolze 15 Mark. Die Geldentwertung war in vollem Gange und die machte den ursprünglichen wirtschaftlichen Erfolg zu Nichte. Nachdem es keine Sportgeräte zu kaufen gab, mussten die Gelder auf der Bank angelegt werden und waren kurze Zeit später nahezu wertlos (fast wie heute). Als bestes Beispiel dient hier die Weihnachtsfeier 1922. Die Einnahmen betrugen stolze 39.877 Mark, die Ausgaben 21.504 Mark. Bereits einen Monat später verzichtete die TGO auf die Erhebung der Mitgliedsbeiträge. Im ganzen Jahr 1923 fanden keine Veranstaltungen statt.
Erst 1924 normalisierte sich die wirtschaftliche Lage wieder, Veranstaltungen und Beiträge machten wieder Sinn. Allerdings konnten sich immer weniger Menschen die Beiträge leisten. Die Arbeitslosigkeit stieg und stieg und im Gegenzug sank die Mitgliederzahl von über 119 auf nur noch 92.
Ende der 20er Jahre wurden dann wichtige Entscheidungen getroffen. Die Gründung der Handball-Abteilung wurde vollzogen und der Weg zum eingetragenen Verein, nach heftiger Diskussion und 15 Vereinsaustritten auf einen Schlag, trotzdem beschlossen.
Der Offenauer Handball war es, der den Verein in seinen Anfangsjahren im Umkreis bekannt machte und so manchen Gegner das fürchten lehrte. Die Anfänge im Handball waren äußerst primitiv aber dafür effektiv. Als Torpfosten dienten Bohnenstecken mit einer Schnur als Querlatte gespannt. Mit 6:0 wurde das erste Spiel, ohne jegliche Vorbereitung, gegen Höchstberg verloren. Die Offenauer schickten daraufhin Edmund Weik und Emil Heidinger auf Lehrgänge, eine Mannschaft wurde zur Verbandsrunde angemeldet. Anfänglich fehlte der Erfolg, doch durch konsequente Jugendarbeit konnte 1937 mit einem 5:4 Sieg gegen Untereisesheim der Aufstieg gefeiert werden und mit noch härterem Training sogar Handballhochburgen, wir Frankenbach geschlagen wurden. Zu einem Freundschaftsspiel wurden erstmals in der Offenauer Sportgeschichte Busse gechartert. Über 100 Fans reisten in die Nähe von Darmstadt um die Offenauer Handballer lautstark anzufeuern. Einer der Offenauer Schlachtrufe war „Hi-ha-ho, der Gegner ist k. o.“
Offenau hatte im Jahr 1938 eine der erfolgreichsten Handballmannschaften vor dem Krieg. Spieler zu dieser Zeit waren u. a. Edmund Weiß, Wilhelm Schenk, Erich Schrank, Richard Schmidt, Wilhelm Hörner, Albert Schrank, Anton Heidinger, der legendäre und gefürchtete Torwart Franz Schrack und Anton Hoffmann.
Die Gegner kamen aus ganz Württemberg, selbst die TG Stuttgart wurde 1942 in Gundelsheim mit 2:1 geschlagen. Offenau war in Württemberg eine Handball-Hochburg, und das nicht nur bei den Herren!! Nein, Offenau hatte auch eine hervorragende Damenmannschaft und Jugendabteilung.  
Inmitten dieser legendären Handball-Zeit wurde auch die erste Turn- und Festhalle in Eigenregie der TGO ohne finanzielle Unterstützung der Gemeinde gebaut. Durch diesen Bau erlebte die TGO weiteren Aufschwung, und weitere Sportarten wie die Schwerathletik sowie Kinder- und Mädchenturnen kamen hinzu. Durch das Anlegen eines Sportplatzes, der damaligen Bockwiese und heutigem „Roten Platz“ direkt neben Schule und Sporthalle war der Weg dann auch frei für die Leichtathletik. Talente wie Franz Schrack im Speerwurf haben Offenau in der Leichtathletik im ganzen Umkreis bekannt gemacht. Unser heutiges Ehrenmitglied Albert Schrank hat für den großen Erfolg vor allem bei den Wurfdisziplinen der Offenauer seine eigene, aber durchaus nachvollziehbare Theorie. Die Offenauer Jugend traf sich häufig am Neckar um mit Kieselsteinen zu werfen. Ziel war es dabei, das andere Neckarufer zu erreichen. Und dieser Wettstreit war das beste Training für die Wettkämpfe, bei denen die Punktrichter automatisch 20 Meter weiter zurückgingen, wenn ein Offenauer Werfer an den Start ging.
Nach nur 5monatiger Bauzeit wurde am 04. und 05. Juli die neue Turnhalle mit einem großen Fest eingeweiht. Ein großer Festumzug mit über 900 Turnerinnen und Turner, einem Kinder- und Schülerumzug und ein Wettstreit der Turner am Sonntag morgen waren die Höhepunkte der Einweihung.
Dass einiges los war, zeigt der Lebensmittelverbrauch. An diesem Wochenende wurden
3.640 Liter Bier
107 Liter Wein
648 Flaschen Limonade
2.951 Knackwürste
73 Pfund Schinkenwurst
1.245 Kipfe
1.500 Brezeln
105 schwarze und 43 weiße Stollen

gegessen und getrunken. Das mit der Engelbrauerei Duttenberg ausgehandelte Freibier wurde aber nicht auf dem Fest ausgeschenkt, sondern in der Monatsversammlung beim Adlerwirt getrunken. Die Menge ist nicht überliefert, lediglich der Hinweis im Protokoll, dass es sich um einen schönen Abend gehandelt hat.

Die Veränderung der politischen Verhältnisse, die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten läuteten Mitte der 30er Jahre den Beginn der schwärzesten TGO-Zeit ein. Durch die neuen politischen Verhältnisse musste die eigene Turnhalle an die Gemeinde übergeben werden. Die Schulden konnten nicht mehr bezahlt werden, weil die notwendigen Veranstaltungen verboten wurden. Durch die sog. Gleichschaltung war es den neu entstandenen Gruppierungen zudem möglich kostenfrei die Turnhalle zu nutzen. Lediglich weitgehende Nutzungsrechte konnten die damaligen Vorstände Franz Scholl und später Wilhelm Hetzel für die TGO verhandeln.

1938 erlebten die Turner vor dem 2. Weltkrieg noch einmal ein herausragendes Ereignis. Beim deutschen Turnfest in Breslau gewann die TGO mit einer durch Emil Heidinger exakt geführten Mannschaftsleistung einen wertvollen Preis.
Der 2. Weltkrieg unterbrach jäh den Sport in und um Offenau.
Der Sportbetrieb war während des Krieges komplett lahmgelegt. Die TGO existierte nur noch laut Kassenbuch.
Dass sich die Offenauer von Krieg und Hunger, Elend und Flüchtlingsproblemen nicht haben unterkriegen lassen beweist die Vereinschronik.
Bereits am 16.01.1946 wurde zu einer Mitgliederversammlung eingeladen. Irgendwie musste und wollte man wieder zur Normalität zurückkehren. Auch wenn der Krieg tiefe Kerben und Wunden hinterließ. (Das habe ich heute noch in allen Gesprächen mit Zeitzeugen in Vorbereitung auf diese Festrede erlebt)
Schon 1947 wurde die erste Herrenhandball-Mannschaft und die Damenelf in ihren Verbandsrunden mit großer Überlegenheit Meister.
Doch so toll dieser Wiederbeginn war, so jäh kam nach dieser Runde auch das Aus für die Handball-Abteilung. Schon 1948, auf dem Handballhöhepunkt in unserer Gemeinde, wurden alle Teams vom Spielbetrieb abgemeldet.
Was jedoch ist schöner als ein Karriere-Ende auf dessen Höhepunkt, in der schönsten Zeit mit den besten Erinnerungen ? Und noch heute schwärmt so mancher von diesen Zeiten und Namen wie der Handball-Mayer und der Strafwurf-Killer Franz Schrack machen immer noch ihre Runden. Schuld am plötzlichen Untergang war der fehlende Nachwuchs und die fehlenden Mittel, um bspws. zu Auswärtsspielen zu gelangen.
Der Handball ging zwar, doch der Ballsport blieb in der TGO verankert, nur dass ab sofort das Toreschiessen mit dem Fuß oder dem Kopf angesagt war.
König Fußball zog in Offenau ein und regiert bis heute das Vereinsleben mit. Bereits Ende der 30er Jahre gründeten Helmut Weiss und die Gebrüder Scholl, 2 sich teilweise rivalisierende Fußballclubs, den Helmes-Club und den Scholl-Club, um in Offenau Fußball zu spielen. Damit war der Grundstein für den Fußballsport in Offenau gelegt.
1940 wurde die Fußballabteilung offiziell gegründet, allerdings als kleine und unbedeutende Sparte, die sehr oft belächelt wurde. Keiner konnte sich zu dieser Zeit so richtig vorstellen, in der  Handball-Hochburg Offenau auch erfolgreich Fußball spielen zu können. Die Fußballer spielten nach dem Krieg „wild“ in privat organisierten Nachbarschaftsrunden mit Wimpfen, Heinsheim, Jagstfeld, Rappenau und Neckarelz und erst mit der Gründung des WFV in offiziellen Runden.
Mit diesem Sportartwechsel waren auch im Verein Diskussionen aufgekommen. Während der bisherige Vorstand und Ausschuss an den alten Traditionen und Sportarten festhielt, drängten jetzt vor allem die Jungen auf einen Kurswechsel und frischen Wind in der TGO. Mit einem großen personellen Wechsel an der Spitze des Vereins wurden diese Veränderungen angegangen.
Durch den Abgang der Handballer war der Weg frei für die Fußballer; und daß sie diese Chance nutzten, zeigte der Gewinn der Meisterschaft im Jahr 1953.
Die Männer der ersten Meistermannschaft im Offenauer Fußball waren Kilian Bartelmann, Valentin Steiner, Gebhardt Frank, Adolf Stadelbauer, Mittelstürmer Paul Rittenauer (ein harter Knochen), die Torhüter Gebhard und Hans Weiss, Reinhold Weiss, Stephan Eck, Willi Röser,  Emil Heidinger, Willi Flinsbach, Eugen Frank, Josef Walter, Karl Pfoh, Herbert Brechter und Jakob Millich. Erster Abteilungsleiter und Fußballvater in Offenau war Ferdinand Mager.
Auch das große Offenauer Fußballlied „Rot und Weiss, wie lieb ich dich“ stammt aus diesen Jahren.
In dieser Zeit war ein Doppelstück Brot bestrichen mit Schweineschmalz für den Torerfolg in der TGO mitverantwortlich. Sie fragen sich, wo der Zusammenhang zwischen Fußball, Toren und Schweineschmalz besteht ?
Ganz einfach. Stellen Sie sich vor, sie fahren mit besagtem Stück Brot, bestrichen mit Schweineschmalz, zum damals großen VfR HN und tauschen dort dieses Brot in gebrauchte Kickschuhe, mit denen dann für die TGO Tore am Fließband geschossen wurde. Lebensmittel waren damals die beste Währung um an Sportgeräte zu kommen. Neben den Lebensmitteln nutzten die Offenauer Handballer und Fußballer aber auch ihre Kontakte zu Ölkonzernen. In Offenau lebte zu dieser Zeit ein echt Kölscher Jung’, Walter Glöckner, der Vater von Marlies Theilacker. Er war bei Esso in Köln und tauschte für die TGO bei einer Sportartikelfirma Benzin in Bälle, brachte die im Sack per Bahn nach Offenau und machte damit das Spielen erst möglich.
Zu Auswärtsspielen fuhr man mit einem Holzvergaser-LKW. Sitzgelegenheit bot die Pritsche mit Bänken bestückt. Brachten die Fußballer nicht genügend Brennholz mit, mussten die restlichen Meter zu Fuß zurückgelegt werden. Die Jugend fuhr zu dieser Zeit mit dem Fahrrad zu den Spielen in der Nachbarschaft, die mitfahrenden Betreuer fungierten während dieser Fahrt häufig als Reifenflicker oder Taxi, wenn so manches Rad oder Kind nicht mehr konnte.
Auch der Hauptverein war zum Sparen gezwungen. Die Ausschuss-Sitzungen, die heute bei Essen und Trinken im Sportheim stattfinden, fanden im Umkleideraum der Turnhalle statt. Und wie bei der Fahrt zu Auswärtsspielen mussten die Ausschussmitglieder Brennholz selbst mitbringen, um einen warmen Tagungsraum zu haben. Auch der Holzofen wurde in dieser Zeit privat organisiert.
So einfach wie mit dem Schmalzbrot ging es mit dem Fußball in Offenau nicht weiter. In den „60er Jahren“ drohte mit dem Abstieg in die unterste Spielklasse, auch Sicherheitsliga genannt, sogar die Auflösung der Abteilung. Der langjährige Spieler, Trainer und Abteilungsleiter Franz Schrack legte sein Amt nieder. Hans Zielke wurde sein Nachfolger, Jürgen Knobel Spielertrainer. Um an die erfolgreichen Zeiten anzuknüpfen, scheuten die Offenauer weder Kosten noch Mühen. Mannschaften wie der ehemalige Deutsche Fußballmeister 1. FC Köln mit Stars wie Wolfgang Overath, oder dem legendären Linksaußen und Weltmeister von 1954 Hans Schäfer oder die Star-Mannschaft Slavia Prag aus der CSSR wurden in diesen Jahren zu Freundschafts- und Testspielen in das Offenauer Neckartalstadion am Mühlweg eingeladen. Und tatsächlich - der Wiederaufstieg gelang und es ging bis in die 80er Jahre Bergauf mit dem Fußball. Durch die hervorragende Arbeit des Jugendleiters und heutigen Ehrenmitgliedes Albert Schrank, der auf dem Feld der Birtbomber genannt wurde und fast 30 Jahre für Nachwuchs sorgte, konnte die TGO in den Folgejahren viele Titel erringen.
Eines ist mir beim Blättern der Vereinschroniken noch aufgefallen. Albert Bertsch stand über 750 mal für die TG Offenau auf dem Feld, war bei seinem Karriere-Ende über 40. Was ist da ein Oliver Kahn mit 38 und gerade mal 557 Bundesligaspielen dagegen ?
Unter dem neuen und heutigen Abteilungsleiter Jürgen  Bader, der 1982 – also vor 28 Jahren sein Amt übernahm und der heute dienstälteste Abteilungsleiter ist - konnte die TGO erstmals in die Bezirksliga aufsteigen und sich zwei Jahre dort behaupten. In den 1990er Jahren war das Bild der Fußballer vom akuten Nachwuchsmangel geprägt. Erst Ende der 90’er gelang es dem damaligen Spielertrainer Uwe Grimmoni, sich im oberen Tabellendrittel der Kreisliga A festzusetzen. Im Jahr 2002 folgte aber der erneut bittere Weg in die unterste Spielklasse, nach einem verlorenen Relegationsspiel. Mit dem Jugendleiter Holger Porsch, der seit 1990 zuerst alleine und in den vergangenen Jahren mit Mike van Gameren und Ralph Breitschopf im Amt ist, haben die Fußballer einen aktiven Jugendleiter, der wie seine Vorgänger dafür sorgt, dass Rot und Weiß niemals untergeht. Seiner konsequenten Jugendarbeit ist es zu verdanken, dass die TGO heute wieder alle Jugendmannschaften unter eigener Regie vorzuweisen hat. Ein Glücksfall von dem heute nur noch wenige Amateurvereine profitieren können.  Jürgen Bader und Holger Porsch ist es zu verdanken, dass der Fußball in Offenau heuer so erfolgreich ist, wie nie zuvor. Viele Jugendspieler aus Nachbarorten machen sich zwischenzeitlich auf den Weg nach Offenau. Hier bekommen sie eine reelle Chance im Aktivenbereich zu spielen und nicht durch teuer eingekaufte oder bezahlte Legionäre verdrängt zu werden.
Die I. Mannschaft schaffte in der Spielzeit 2004/2005 als Aufsteiger aus der B-Klasse den Durchmarsch in die Bezirksliga und spielt dort seit 5 Jahren sehr erfolgreich. Die heutigen Trainer Micha Hofmann (ein waschechter Offenauer) und Timo Weber haben es verstanden,  mit geringsten Mitteln das Optimale für den Fußball in Offenau herauszuholen. Vor allem bei den Derby-Spielen gegen den FSV oder die SG Bad Wimpfen macht sich Stadion-Feeling in Offenau bemerkbar und mehrere 100 Zuschauer bevölkern das Offenauer Neckarstadion.
Aber nicht nur zu diesen besonderen Spielen, Offenau hat noch etwas besonderes für die Spiele:
Seit 2002 wird jedes Spiel im heimischen Stadion „Am Mühlweg“ vom eigenen Stadionsprecher und Kommentator begleitet. Mit Marcel Hartig steht ein echtes Original am Mikrofon, der es mit lockeren Sprüchen und passender Musik schafft, Bundesliga-Atmosphäre nach Offenau zu transportieren. Mit verantwortlich sind dabei wohl die Gene, die ihm von Großvater und Vater Hartig in großen Mengen in die Wiege gelegt worden sind. Der Name Hartig begleitet auf unterschiedlichste Art und Weise die Geschichte der TGO.
Mit Wilfried Hofmann hatte die TGO in den letzten Jahren zudem den ältesten Aktiven auf dem Platz. Mit seinen 59 Jahren absolvierte er noch einige Spiele für die Reserve-Mannschaft. Die Gegner und eigenen Mitspieler sind sich bis heute nicht sicher, ob seine fußballerischen und konditionellen Grundlagen oder seine allseits bekannten lockeren lautstarken Sprüche und Kommentare überwogen haben.
1950 entstand eine weitere Erfolgsgeschichte in der TG Offenau. Die Abteilung Tischtennis wurde gegründet. Damals in Kooperation mit den Skifahrern. Wie war es zu dieser ungewöhnlichen Spartenverbindung von Ski und Tischtennis gekommen? – Die Offenauer Wintersportler, die sich in der kalten Jahreszeit – die Skier auf dem Rücken – mit dem Nachen über den Neckar rudern ließen, um in den „Hohenstädter Alpen“ ihrem Hobby zu frönen, wollten auch in den schneefreien Monaten sportlich aktiv bleiben, und so kam man zum Tischtennisspiel, das ohne allzu großen Aufwand durchgeführt werden konnte und eine gute Gelegenheit zu weiterem gemeinschaftlichen Sporttreiben bot.
Die Zeiten waren immer noch schwierig. Für die Hallensportart Tischtennis gab es kaum Trainingsmöglichkeiten. Oftmals mussten die Spieler in den Adlersaal, das Sportheim oder in den Keller des Gasthauses Linde ausweichen. Trotz diesen erschwerten Bedingungen traten der Tischtennis-Abteilung innerhalb kurzer Zeit 30 Mitglieder bei.  
1958 starteten die Tischtennisler in die aktive Punktrunde. Bereits ein Jahr später, in der Punkterunde 1959/60, wurde die Tischtennis-Mannschaft der TGO Meister in der Kreisklasse 2. Die heute noch aktiven Spieler Leonhard Dietrich, der auch schon als Abteilungsleiter der Tischtennis-Abteilung war, Eberhard Gehrig und Theo Gehrig waren damals bereits dabei und erhielten wie Viktor Stahl, der 1965 von Gochsen zur TGO wechselte, die goldene Spielernadel mit Kranz für über 50 Jahre aktive Spielertätigkeit.
Zahlende Zuschauer hatte der Tischtennissport schon zu Anfangszeiten, im Gegensatz zu heute. Zuschauer sind zwar immer noch vorhanden, nur der Eintritt ist mittlerweile frei. An einem Spieltag in den Gründerzeiten erspielten sich die Aktiven immerhin 15,00 bis 18,00 DM pro Spieltag. Umgerechnet pro Zuschauer betrug der Eintrittspreis 60 Pfennig.  
Bis heute kann die Abteilung Tischtennis auf großartige Erfolge zurückblicken. Unzählige Bezirksmeister, viele errungene Meistertitel in den Mannschaftswettbewerben und Pokalsieger sind der Beweis für die hervorragende sportliche Arbeit dieser Abteilung unter der langjährigen Leitung von Peter Bulling. Ob er als getarnter Chinese nach Offenau kam ist bis heute noch nicht bewiesen. Einige Offenauer sind aber der festen Überzeugung, dass er aus der chinesischen TT-Dynastie, der Bu-Lings entstammt.
Engagierte Jugendleiter und Garanten für den Aufstieg der Abteilung sind außerdem die unvergessenen Heinrich Hangebrock, der TT-Vater oder auch „nur“ der Meester genannt und der allzu früh verstorbene Bernd Gärtner.
Bernd Gärtner hat sein Lebenswerk, die Jugendarbeit in gigantischen Zahlen ausgedrückt. Für seine Offenauer Tischtennisjugend war er 6.000 Tage im Ehrenamt, absolvierte 3.500 Übungsstunden und war ca. 20.000 KM mit dem PKW für die Tischtennisjugend im Einsatz. 11x durfte er mit seinen Jugendspielern Meisterschaften feiern. Zahlen die für sich und vor allem für Bernd Gärtner sprechen.
Und die Tischtennis-Abteilung hat mit Heiko Wirkner, einem Offenauer Urgewächs, sogar einen Weltmeister in ihren Reihen. Ja, unser Ehrenmitglied Heiko Wirkner wurde 1990 in Topolany in Ungarn Studentenweltmeister mit der Deutschen Nationalmannschaft und Vizeweltmeister im Einzel. Mit achteinhalb Jahren begann der begabte Offenauer im Jahre 1975 bei der TGO zu trainieren. Hier traf er auf den engagierten Jugendleiter Leonhard Mager, der das Talent des jungen Tischtennisspielers erkannte und förderte. Unter großem persönlichen Einsatz nahm der erfahrene Jugendtrainer den talentierten Jungen unter seine Fittiche, und bald stellten sich die ersten Erfolge ein. Mit 13 Jahren bereits wurde Heiko Wirkner Vereinsmeister bei den Aktiven. Da sein Talent die Förderungsmöglichkeiten seitens der TGO sprengte, wechselte Heiko zunächst nach Neckarsulm und 1982 zum 2. Bundesliga-Verein TSV Sontheim. Er nahm mehrmals an den TT-Jugend-Europameisterschaften teil und wurde als bester deutscher Jugendspieler vom Bundestrainer ausgezeichnet.
Hinzu kommen unzählige nationale Titel und Spiele für Bundesligisten wie der TSV Sontheim, der mit Heiko seine stärksten Jahre erlebte. Davon konnten sich die Offenauer bei Bundesliga-Spielen gegen Saarbrücken, Jülich und Milbertshofen in der Offenauer Sporthalle überzeugen.
Die erfolgreiche Arbeit wurde in den letzten Jahren von den Abteilungsleitern Jürgen Haller und Nicole Krach fortgeführt. Im Jugendbereich sind nach Bernd Gärtner, Martin Franke, Jürgen Haller und seit 2002 Kay Schuster aktiv. Über viele Jahrzehnte hat sich die hervorragende Arbeit in der Abteilung Tischtennis bewährt und kann als beispielhaft und Mustergültig bezeichnet werden.
Das auch in der Abteilung Tischtennis das Geld immer knapp ist, zeigt das folgende Bild. Die Damen im Saal werden sich vermutlich ärgern, dass die Schläger nicht deutlich kleiner ausfallen. Ob sich die TT-ler in dieser Saison keine Trikots leisten konnten oder mit dem Bild zusätzlich Geld verdienen wollten, war bis heute nicht zu erfahren. -jetzt erst klicken-   
1960 begann die Tennis-Ära in Offenau. Bereits 3 Jahre später konnte auf zwei eigenen Plätzen gespielt werden, die in Eigenleistung von 1400 Arbeitsstunden erstellt wurden. Franz Hörner war der erste Leiter dieser Abteilung. Franz Hörner war es auch, der Anfang der 60’er Jahre eine TGO-eigene Vereinszeitung herausbrachte (Original zeigen).
1964 wurde vom damaligen TGO-Vorsitzenden Willi Röser der damalige jugoslawische Daviscup-Spieler Professor Friedrich verpflichtet. Friedrich gab für Anfänger und Fortgeschrittene Trainingseinheiten – und diese pilgerten aus dem ganzen Umkreis nach Offenau.
Durch ihn erlebte die Tennisabteilung einen so großen sportlichen Aufschwung, dass zwei weitere Plätze gebaut wurden. Mit Jugendlehrgängen, die von Friedrich und Röser ins Leben gerufen wurden, und bis heute vom langjährigen Jugendleiter Peter Klotz  - er war von 1988 bis 2008 Jugendleiter -, seiner Nachfolgerin Annette Trumpf und den Abteilungsleiter Manuela Roth und Hagen Menzel  weitergeführt werden, sichert sich die Tennisabteilung ihr Fortbestehen.
Die Open-air Plätze erlaubten allerdings nur Spiele im Sommer. Um bei jedem Wetter das Racket schwingen zu können entstand in Offenau 1968 eine Tennishalle, die zu diesem Zeitpunkt einmalig in Württemberg war. Es war eine Sensation und ein technisches Meisterwerk, was die damaligen Verantwortlichen in Offenau aufstellten. Viele trauten ihren Augen kaum, als sie dieses Etwas sahen. Bei der Tennishalle handelte es sich um eine luftgetragene und beheizte Kunststoffhülle, die  über einem bestehenden Feld errichtet wurde. Damit konnte in Offenau ganzjährig Tennis gespielt werden, auch wenn die Halle eigentlich nur aus warmer Luft und ein bisschen Plastik bestand. Die Kosten für die Halle betrugen 3o.ooo Mark und wurden durch die Vermietung an Spieler aus dem ganzen Unterland innerhalb kürzester Zeit wieder hereingespielt.
Und wer auf dem Bild genauer hinschaut, kann durchaus Parallelen zu einer heutigen Kult-Sportstätte erkennen. Ob die Verantwortlichen des FC Bayern als Vorbild für ihre Allianz-Arena, das Offenauer Luftwunder hatten, wer weiß, wer weiß ? Wir können ja den Offenauer Bayern-Fan-Club, die Kornlupfer-Bazis beim nächsten Spiel losschicken, um diese Frage zu klären. Entsprechende Zahlungen für die Designentwicklung nimmt unser Finanzvorstand sicherlich gerne entgegen.  
1972 entstand das Rolf-Winkler Sportheim für den gemütlichen Teil. Alle Baumaßnahmen der Tennisabteilung wurden seit Gründung in Eigenregie und Eigenfinanzierung erstellt. Viele Arbeitsstunden leisteten u. a. Rolf Winkler, Willi Koch, Rüdiger List, Franz Hörner, Elmar Zeller und Hans Schäfer. Leider wurde es seinerzeit nicht geschafft, ein gemeinsames Sportheim zu bauen. Als sehr tragisches Ereignis wird der Tod von Rolf Winkler immer in den Geschichtsbüchern der Abteilung Tennis stehen. Er wurde auf seinem Tennisplatz vom Blitz getroffen und erlag den tödlichen Verletzungen.
1977 löste die heutige Tennishalle das aufblasbare Kunststoffwunder ab. Die Mitglieder der Tennisabteilung nahmen erneut 120.000 Mark in die Hand, um dieses Vorhaben zu realisieren. Der damalige und langjährige Vereinskassier Erich Hofmann kümmerte sich als Banker um die Finanzierung. Mit privaten Bürgschaften und einigen wohlwollend geführten Gesprächen mit Banken war die Finanzierung gesichert – und, ganz in der Manier des vorsichtig agierenden Kassiers Hofmann, erneut nach wenigen Jahren restlos zurückbezahlt.
1983 wurden die Sandplätze 5 und 6 gebaut und eingeweiht, um die stetigen Zuwachsraten an Mitgliedern unterbringen zu können. Diese ganzen Plätze gilt es nicht nur zu bauen, sondern auch zu erhalten. Und dieser Erhaltungsaufwand ist nicht zu unterschätzen. Mit Willi Koch hat die Abteilung Tennis einen Platzwart, der mit Sicherheit jedes Sandkorn persönlich kennt. Sein Engagement, sein Einsatz und seine Zuverlässigkeit sucht Vergleiche und mit seiner Arbeit bildet er die Grundlage für die vielen Erfolge.
Für den Sport mit Schläger und Ball haben die Offenauer ein Händchen. Denn in den 90er hatte die TGO mit Katharina Trumpf eine deutsche Top-Ten Jugendspielerin. Und Patrick Rittenauer war in seiner Altersklasse sogar Nummer 3 in Deutschland und schaffte es mit dem TC Bad Friedrichshall bis in die Tennis-Bundesliga.
Wie die Abteilung Tennis wurde 1960 die Rollschuhabteilung gegründet. Die Offenauer Rollschuhanlage wurde schnell über die Ortsgrenzen hinaus bekannt und als Trainings- oder Meisterschaftsanlage genutzt. Ausgestattet mit Flutlicht und Lautsprecheranlage war sie ebenfalls einmalig in unserer Gegend. Und wieder wurde es weltmeisterlich in Offenau. Der 5-fache Rollkunstlaufweltmeister Karl-Heinz Losch trainierte auf der Offenauer Anlage und zeigte dort sein Können. Tolle Fotos, die von Carlo Losch auf unserer Anlage gemacht wurden, lassen viele Erinnerungen an diese Zeit wach werden. Mit Gundi Röser-Brandenburger, hier im Bild mit Sibylle Rölle hatten wir sogar 1964 eine württembergische Vizemeisterin im Einerlauf bei den Schülerinnen, mit Roland Regele im Einzellauf einen deutschen Vizemeister und mit Clarissa Schenk, Gabi Krach, Edith Kress und Gabi Steiner ebenso Deutsche Vizemeisterinnen im 4er Rollschuhreigen.
Im Winter wurde der Platz einfach zum Eislauffeld umfunktioniert und stand im Sommer zudem den Kunstradfahrern zur Verfügung. Ein Spezialist in dieser Sportart war Kurt Kress auf dem Einrad, und Eugen Schenk war lange Abteilungsleiter der Abteilung Rollkunstlauf.
Kurze Gastspiele im Vereinsleben der TGO absolvierten die Abteilungen Schach, Judo und Akrobatik. Abteilungen, die mit großem Engagement geführt wurden und in denen viel persönlicher Einsatz der Abteilungsleiter Michael Ruhs, Marco Fanselau und Erich Golder steckte. Vielleicht erleben Sie durch das Erreichte eine Renaissance und werden wieder einmal mit Leben erfüllt.
In den letzten Jahren erlebte das Laufen einen Boom. Die Gründung des Lauftreffs war die entsprechende Folge. Doch leider blieb auch hier nach einer kurzen Zeit die Zeit stehen und die Aktivitäten sind aktuell eingestellt. Lediglich interessante Laufstrecken um Offenau sind geblieben und heute über die Homepage der TGO für jedermann nutzbar. Davon wird reichlich Gebrauch gemacht.
Ein erneuter Versuch, das Theaterspielen wieder zu aktivieren, scheiterte Anfang 2000 in den ersten Zügen und lässt somit auch diese alte TGO-Tradition weiter schlummern.
Nicht nur durch den Sport wurde die TG Offenau bekannt. Auch unzählige Veranstaltungen lassen heute noch die Augen Mancher aufleuchten; z. B. der Fasching in Offenau in den 50ern,  60ern und 70ern. Es gibt wohl kaum einen Unterländer, der nicht mindestens einmal in Offenau Fasching feierte. Selbst heute, als etwas Jüngerer der diese Zeit nicht miterlebt hat, wird man noch oft auf diese Superveranstaltungen angesprochen. Die Mengen an Whisky und Schnaps, Sekt und Bier, die dort konsumiert wurden hat leider niemand vermerkt. Den Erzählungen zufolge, waren es Tankwagen voll Material. Dazu gibt es unzählige Geschichten über Verwicklungen in allen Lebenslagen, über Liebschaften und Bussierereien, auf deren Veröffentlichung wir aber lieber verzichten. Die Scheidungsraten sind heute schon zu hoch – und ob auf Verjährung bestanden werden kann, konnte uns niemand zu 100% garantieren.
Aber auch im Theaterspielen machten sich in den Anfangszeiten der TGO manche Sportler einen Namen und sorgten mit Theaterstücken wie „Spitz auf Knopf“ oder „Im weißen Rössl“ für Furore und Aufregung im ganzen Ort.
Neben dem Sporttreiben und Feiern  ist das Bauen und Renovieren die dritte große Leidenschaft der Vereinsmitglieder der TGO. Viele Baumaßnahmen prägten in den vergangenen Jahrzehnten den Verein. Beide Sportheime wurden erstellt, eine Turn- und Festhalle wurde gebaut, der Sportplatz wurde in den 50ern an den Mühlweg verlegt, ein zweites Feld angelegt, eine Flutlichtanlage wurde installiert, Tennisplätze, Hartplätze, Schlagwände errichtet, und immer wieder wurde an- und umgebaut und renoviert. Ja, auch hier hat die TGO einen Weltmeistertitel verdient. Rechnet man die geleisteten Arbeitsstunden zusammen, so hätte eine Person 10 Jahre ununterbrochen, Tag und Nacht, für die TGO bauen müssen.
Was wäre ein Sportverein ohne Sportheim ? Es gäbe keine Nachsitzungen, kein Spiel, kein Foul kein Tor und keine Abseitsposition die analysiert werden könnten, kein Problem könnte abermals gewälzt und nochmals durchgekaut werden. Wo sollen unsere passiven Mitglieder dann hin, und - es gibt viele Sportler, für die das Training nach dem Training eigentlich das Wichtigste am Sport ist. Die Kameradschaft, die dabei gepflegt wird, ist und war in allen Sparten der TGO in erfolgreichen und weniger erfolgreichen Jahren ein, wenn nicht sogar das wichtigste und gemeinsame Ziel.
Zum 90jährigen Jubiläum wurde das Sportheim 1 letztmals aufwändig renoviert. Bis heute präsentiert es sich in einem guten Zustand und kann nach dieser Renovation sicher noch einige Jahre weiter genutzt werden.
Diese sehr arbeitsaufwendigen und kostspieligen Erneuerungen können nur durch sehr viel Eigenleistungen durchgeführt werden. Eigenleistungen von Vereinsmitgliedern. In den letzten Jahren tauchen immer wieder die gleichen Namen bei den Umbauten auf. Kilian Bartelmann, Franz Schrack, Robert Hartig, Engelbert Walk, Jan-Eric und Gunnar Schrank, Bernd Lierheimer und Rainer Hajek sind nur einige, die zusammen mit den Fußballern und Tennisspielern für die Erhaltung ihrer Sportheime Sorge tragen. Allein bei der jüngsten Renovation waren 45 Mitglieder ehrenamtlich im Arbeiteinsatz. Vor allem Engelbert Walk sticht beim Lesen in den Chroniken immer wieder hervor. Sein Einsatz über Jahrzehnte liese das Offenauer Sportheim eigentlich zum Engelbert-Walk-Wohnzimmer werden.
Im Gegensatz zu heute war das Sportheim in der längsten Zeit des Bestehens unter Eigenregie bewirtschaftet. Kurz vor der Eröffnung wurden Rita Steiner und Moni Gehrig nach Flein geschickt, um in der Gaststätte „wo der Hahn kräht“ zu lernen, wie man Giggerle knusprig und saftig auf den Tisch bekommt. Ein Wirtschaftsausschuss war für die Bewirtschaftung zuständig.  Viele Offenauer Sportler wurden somit  stundenweise zu Wirtsleuten. Leider wurde auch hier zu häufig diskutiert, ob der Eigenverbrauch beim Schichteinsatz im Sportheim angemessen ist, oder ob die Schicht nur übernommen wurde um auf Vereinskosten kräftig zu essen und zu trinken.
Die ersten Wirte im Pachtverhältnis waren und sind allerdings auch TGO-Urgesteine gewesen. Das Wirtepaar Engelbert Walk und Gunnar Schrank übernahmen in den 90er Jahren das Sportheim und läuteten damit die Ära der Verpachtung ein. Bis heute folgten ihnen viele Nationalitäten mit unterschiedlichsten Angeboten.
Vor dem Bau des eigenen Sportheimes mussten die Sportler aber nicht auf ihr eigenes Bier verzichten. Vor allem die Gasthäuser „Lamm“ und „Adler“ waren Anlaufstellen für viele TGO’ler. Nach gewonnenen Heimspielen und entsprechend Alkohol ging es vor allem im Gasthaus Lamm bei den Wirtsleuten Krach immer hoch her. Um weitere Freibiersponsoren zu gewinnen, musste oftmals der benachbarte Ochs herhalten. Er wurde kurzer Hand aus dem Stall der Familie Keitel in die Gaststube geführt und für jeden Ritt auf dem Tier gab es den nächsten Kasten Bier. Dazu wurden die Offenauer Lieder „Rot und Weiss“ und das Offenauer Heimatlied vom ganzen Saal gesungen.
- heute haben wir in Offenau bestimmt noch das eine oder andere Rindvieh, aber keines auf dem man reiten kann. Wenn es heute einer schafft, einen echten Ochsen hier in die Saline zu führen, gibt’s Freibier für alle !! –
Die Ära des Bauens war und ist in der TGO auch die Willi Röser-Ära. Röser führte 33 Jahre erfolgreich die TG Offenau und verhalf ihr zu dem was sie heute ist. In Offenau, im Sportkreis Heilbronn und beim WLSB werden die TG Offenau und Willi Röser immer in einem Zuge genannt werden. Viele Vereinsstrukturen und Aktivitäten, viele Erfolge und Erreichtes tragen seine Handschrift. Bekannt und „gefürchtet“ war Willi Röser in der Zeit des Sportplatzbaus. Die Offenauer tauften ihn kurzerhand in den Sportplatzschreck um. Mit seiner Quick fuhr er durch Offenau, stöberte jedes arbeitsfähiges Wesen auf und brachte es persönlich zum Einsatz auf das neue Sportgelände. In seine Vorstandszeit fielen
1953 der Bau der Sportstätten“ Am Mühlweg“, mit Aschenbahn, und Leichtathletikeinrichtungen
1953 der Bau des Sportheimes
1960 die Erweiterung des Sportheimes, Bau der Flutlichtanlage ..
1960 die Einweihung des Ehrenmales
1960 die Schaffung des Rollkunstplatzes
und ab 1963 die Fertigstellung der heutigen Tennisanlage in mehreren Bauabschnitten.

In der erfolgreichen Zeit Willi Rösers hatte die TGO noch „so“ einen im Vorstand. 45 Jahre, also fast die Hälfte des Vereinslebens der TGO, war Erich Hofmann ununterbrochen Hauptkassier. Willi Röser bescheinigte ihm gekonnt umsichtige Haushaltsführung und ein hohes Einfühlungsvermögen im menschlichen Bereich. Mit dem Satz“ dann mache ich eben weiter, die TGO lasse ich nicht im Stich“ antwortete er so manches Mal auf die Frage des Vorstandes, wenn wieder kein Nachfolger gefunden wurde. Heute hat er mit Uwe Grimmoni einen sehr guten Nachfolger gefunden, der diese verantwortungsvolle Aufgabe weiterführt. Uwe Grimmoni, zwischenzeitlich auch 15 Jahre im Amt, hatte mit den Vereinsbesteuerungsgesetzen eine große Herausforderung vor sich.
Geändert hat sich in der Funktion des Kassiers wenig. Geld ist immer noch viel zu knapp, denn die Abteilungen könnten jederzeit mehr benötigen. Nur die Hilfsmittel haben sich geändert. Während Erich Hofmann in seinen Anfangsjahren noch einen Vereinsdiener hatte, muss Uwe Grimmoni heute darauf verzichten. Der Vereinsdiener hatte einen sehr hohen Stellenwert im Verein. Heute würde man ihn als Assistent des Vorstandes bezeichnen. Der Vereinsdiener, meist ein Schulbub im Alter von 15/16 Jahren, war für das Austragen der Sitzungseinladungen und, seine wichtigste Funktion, für das kassieren des Jahresbeitrages zuständig. Einmal im Jahr hat der Vereinsdiener an den Häusern der Mitglieder geklingelt und die Beiträge kassiert. Damals eine notwendige Einrichtung. Wenn wir unseren Kassier Uwe Grimmoni heute vor die Wahl zwischen einem Vereinsdiener und einem Computer stellen würden, wir wären gespannt auf wen die Wahl fallen würde.
Einen großen Schritt in der Entwicklungsgeschichte der TGO war der Bau der heutigen zweiteilbaren Sporthalle 1986/87. Mit ihr eröffnete die damalige Gemeindeverwaltung, an der Spitze Bürgermeister Johann Michl, neue Möglichkeiten im Vereinssport.
Kurz nach Einweihung der neuen Sporthalle entstanden die jüngsten Abteilungen der TGO. Im Jahr 1988 auf Initiative von Bärbel Biel die Abteilung Badminton, heute mit 59 Mitgliedern die kleinste aber sehr aktive Abteilung.
Seit 1989 sind die Badminton-Spieler auch in der Punkterunde zu finden. Als einziges Team innerhalb der TGO vertreten die Badminton-Spieler die Farben Offenaus auch in den badischen Bereich. Ihr Spielgebiet umfasst neben dem Raum Heilbronn noch die Räume Mosbach & Buchen, während alle anderen TGO-Teams eher in den Württembergischen bzw. Stuttgarter Raum antreten.
Nach kurzer Zeit des notwendigen Zusammenschlusses mit dem TSV Duttenberg Mitte der 90er, ist die aktive Mannschaft heute wieder unter alleiniger Offenauer Regie. Was der FC Schalke oder Bayer Vizekusen im Fussball, sind, nein waren die Spieler der TGO im Badminton. Die TGO hat  es geschafft, in den letzten 4 Jahren 4 Mal auf dem 2. Platz zu landen.
Im Jubiläumsjahr wollten Sie den Aufstieg in die Bezirksliga erneut anpacken – und sie haben es jüngst geschafft und den Meistertitel errungen. Herzlichen Glückwunsch !!
Auf 20 Jahre Geschichte kann die Abteilung Volleyball in diesem Jahr zurückblicken. Obwohl – eigentlich ist der Volleyballsport schon etwas länger in der TGO verankert. Bereits in der alten Turnhalle wurde Volleyball gespielt – in den 80er Jahren und noch innerhalb des Ressorts Turnen. Damals waren es aber hauptsächlich Frauen, die dem Volleyballsport in Offenau nachkamen.

Der harte Kern der Volleyballer beschloss 1990, innerhalb der TGO eine eigene Abteilung zu bilden. Bei der Gründung wurde Andreas Jablonski Abteilungsleiter. Er war der Motor für die anstehende Gründung und maßgeblich am Aufbau dieser neuen Abteilung und ihrem heutigen Erfolg beteiligt.
Er wurde unterstützt von Jugendleiter Walter Schmickl sowie zahlreichen ehrenamtlichen Helfern.
Zur Zeit besteht die Abteilung aus ca. 70 Mitgliedern. Abteilungsleiter ist Matthias Höll. In der fast zwanzigjährigen Geschichte ist er „erst“ der dritte im Amt des Chefpostens. Mit Matthias Höll haben die Volleyballer wieder einen Chef, der es versteht, auf alle Mitglieder gezielt einzugehen, sie zu motivieren und durch eigenes Engagement eine herausragende Vorbildstellung einzunehmen.

Schon drei Jahre nach der Gründung stellten die Volleyballer eine erste Mannschaft für die Mixed-Runde zusammen, der es sofort gelang, von der D-Klasse in die C-Klasse aufzusteigen.

Nach sportlichem auf und ab in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends, mit dem ersten Generationenwechsel, konnte 2008 mit der jüngsten TGO-Mannschaft aller Zeiten und dem erneuten Aufstieg in die B-Klasse eine sportliche Erfolgsgeschichte geschrieben werden.

Doch die Erfolgsgeschichte war noch keinesfalls zu Ende: Im Jahr 2009 errang Offenaus Erste die Meisterschaft in der B-Klasse und damit den Aufstieg in die höchste Spielklasse der Mixed-Runde des Volleyball Landesverbands Württemberg. In der Rückrunde hatte Offenau alle 8 Spiele gewonnen, nur 4 Sätze abgegeben und sich den Meistertitel also redlich verdient. Künftig stellen die Offenauer Sportler ihre Volleyballkünste auf der Landesebene Württemberg Nord unter Beweis!

Seit 1993 veranstaltet die Abteilung den „Offenauer Wolleball-Kapp“, ein Gerümpelturnier für Offenauer Vereine, Firmen und Gruppen. Bis zu achtzehn Mannschaften kämpfen jedes Jahr um den Wanderpokal – als Trostpreis wird der Schlusslichtpokal „Rote Laterne“ verliehen. Im Jahr 2006 wurde das Turnier auf den Aussenbereich der Sporthalle ausgedehnt und mit der Open-Air-Bar ein neuer kultureller und kommunikativer Treffpunkt geschaffen. Der Wolleball-Kapp ist das sportliche Highlight im Offenauer Gemeindeleben.

Auf dem Kornlupferfest sind die Volleyballer seit 1995 mit einem Stand präsent. Mit der Standplatzwahl am südlichen Ende des Festes haben die Volleyballer maßgeblich zum heutigen Gesamtbild des Kornlupferfestes beigetragen.

Seit 2001 entwickeln die Volleyballer diese Idee weiter und sorgen mit immer neuen Ideen für Spiel, Spaß und Urlaubsstimmung auf dem Kornlupferfest. So wurden 2006 fast 100 Tonnen feinster Sand an das Neckarufer gekarrt um das erste Kornlupfer-Beach-Volleyball-Turnier zu veranstalten. 2007 setzen sie mit dem Kornlupfer-Bullen-Reitturnier– im Team mit den Tischtennisspielern – ein weiteres Highlight im Festprogramm und 2009 war es der Kornlupfer-Dreikampf, der für Unterhaltung am Sonntag Mittag sorgte.  
Live-Musik für alle Festbesuchergenerationen haben sich die Volleyballer auf die Fahne geschrieben. Seit 1996 gibt es die Kornlupfer-Rock-Nacht – mittlerweile ein fester Begriff in der Unterländer Festszene. Tausende von Besucher genießen an diesem Abend das unverwechselbare Flair am Neckarufer, dass sie häufig mit einer Piazza in südlichen Ländern vergleichen. Viele Bewerbungen von Bands auf dieses Musikevent gehen jährlich bei den Volleyballern ein – ein Zeichen, welches Image die Kornlupfer-Rock-Nacht zwischenzeitlich erreicht hat.

Der enorme Zusammenhalt von Jung und Alt und der entstandene Teamgeist in der Abteilung lassen auf weitere sportliche und kulturelle Höhepunkte hoffen.
Die älteste Abteilung der Turngemeinde ist aus dem Vereinsnamen erkenntlich. Turnen war und ist eine Hauptsäule im Vereinsleben der TGO. Damals noch die Leibesübungen, Geräteturnen, Schwerathletik, Leichtathletik und Gymnastik hat die Abteilung einen großen Wandel durchgenommen.
In den frühen Jahren der TGO musste zu jedem Gauturnfest eine Vereinsriege aufgestellt werden. Auf auswärtige Turnfeste ging es meist schon samstags los. Gefahren wurde mit einem Pferdegespann und einem geschmückten Wagen. In vielen Chroniken wird dabei auf ein Stemmwettstreit in Böttingen verwiesen. Die Offenauer lagen nach 3 von 4 Durchgängen noch auf dem letzten Platz, bevor durch eine enorme Kraftanstrengung des Turners Wilhelm Weiß (ganz links) noch der Sieg errungen werden konnte.
Bis ins Jahr 1962 hatte die TGO einen Oberturnwart, Karl Steiner. Eine Funktion, die in kaum einem Verein heute noch gefunden wird.
Zu seiner Zeit waren Weitsprunganlage, die 400 Meter Aschenbahn, die eigentlich nur 367 Meter aufweist, ja sogar ein Hammerwurf- und Diskuskäfig fast täglich belegt. Als Leichtathlet und Turner scharte Karl Steiner fast täglich Offenauer Kinder und Jugendliche um sich. Im Winter trainierte er mit ihnen in der Sporthalle Geräteturnen und im Sommer stand Leichtathletik auf dem Sportplatz auf seinem Trainingsprogramm. Legendäre Flutlichtsportfeste mit teilweise über 100 Teilnehmern aus ganz Baden Württemberg waren die Höhepunkte der Leichtathletikzeit in Offenau. Heute hat die TGO beides nicht mehr – keine große Leichtathletiksparte und keine ausreichende Flutlichtanlage.
Dafür haben wir von Karl Steiner einen alten Film gefunden !! Film ab !!
Selbst die Bundesbahn wurde in dieser Zeit zum wichtigen Partner der TGO. Oft kam es vor, dass vom Sportbund oder Turngau Pakete mit Unterlagen nach Offenau transportiert werden musste. Fax oder Mail waren damals noch nicht erfunden. Nachdem der Gaukinderturnwart hauptberuflich Schaffner war, übergab er bei seinen Fahrten durch Offenau immer wieder Päckchen an den dortigen Bahnhofsvorsteher, die dann von Karl Steiner im Bahnhof abgeholt wurden. Logistik, wie sie bis heute nicht besser sein kann – und das für die TGO vollkommen kostenlos.
Aus der bisherigen Abteilung Leichtathletik-Turnen entstand unter Leitung von Werner Weik und Karl Steiner, das heutige Ressort Jedermann. Eine bis heute sehr aktive Truppe für jedermann zwischen 20 und 80 Jahren. Joachim Höfer übernahm 1987 als Ressortleiter diese Gruppe und führt sie seitdem erfolgreich weiter.
Für die Jedermänner gehört wie zu keinem anderen Ressort die Geselligkeit, das Wandern und Feiern von Festen und runden Geburtstagen. Unzählige Touren und Tortouren stehen in den Analen dieser Gruppe.
Mit der Doppelolympia-Siegerin Heike Drechsler holten die Jedermänner 2007 eine der erfolgreichsten und bekanntesten Leichtathletinnen nach Offenau. Mit ihr zusammen begann für viele Offenauer der Leidensweg des Sportabzeichens mit viel  Schweiß auf der Stirn. Dem Charme von Heike Drechsler konnte niemand entkommen.  
Das Frauenturnen in der TGO hat eine lange Tradition. Seit Kriegsende treffen sich Frauen aller Altersklassen zum gemeinsamen Sport. In den Anfangsjahren hauptsächlich zur Gymnastik. Viele Teilnahmen an Bundes- und Landessportfesten zeugen u. a. von einer aktiven Turngruppe.
Auch hier haben wir noch einen kleinen Filmausschnitt gefunden. …….
Ein Name und der Offenauer Turnsport waren lange Zeit miteinander verbunden. Die tragende und aktive Säule im Frauen- und Kinderturnen war über Jahrzehnte Martha Erlewein. Aktiv in den Übungsstunden mit Frauen, Kinder und Jugendlichen sowie als Chef-Organisatorin und Programmgestalterin der vielen TGO-Jahresfeiern in der alten Turnhalle hat sie sich für Sport, Spiel und Unterhaltung mit unzähligen Stunden und hervorragenden Ideen eingebracht; und somit für viele schöne und unvergessene Stunden in der Turngemeinde Offenau gesorgt. In ihre Fußstapfen traten bis vor kurzem Anneliese Röser, Waltraud Lauterborn und mit Inge Zavojan und Kornelia Gärtner zwei Aktivposten, die leider viel zu früh verstorben sind.
Im Turnen hat die TGO aber auch Ihre größten Weiterentwicklungen erlebt. Um den Sportstudios paroli bieten zu können, wurde von den Abteilungsleitern schnell erkannt, dass auch im Verein diese modernen Sportarten angeboten werden müssen. So umfasste das Angebot in den letzten Jahren u. a. Step-Aerobic, Wirbelsäulengymnastik, Bauch-Beine-Po, Fit ab Fünfzig oder Jazz-Tanz.
Das größte und wichtigste Ressort ist nach eigenen Aussagen der Turner die Jugendabteilung. Für Kinder ab 1 ½ Lebensjahren kommen alle auf ihre Kosten. Ob Eltern-Kind-Turnen, Vorschul-, Mädchen- oder Kinderturnen, Fit und Fun oder Fitness für Kids, für jeden ist etwas dabei. Jugendleiterin Sonja Werle und ihr Team bieten für Kinder jeden Alters Sport in den verschiedensten Variationen. Mit den jährlichen Leichtathletik-Sportfesten haben Vera Teschner und Andrea Marek wieder eine alte und erhaltenswerte Tradition aufleben lassen.
Ein neues und wichtiges Betätigungsfeld wurde bereits Anfang der 90er von Waltraud Lauterborn erkannt. Die Rehabilitation und Prävention als neues Angebot aufzunehmen. Die Turner nahmen in ihr Programm gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme für Frauen, Männer und Kinder, wie z. B. Walking, Fit wie ein Turnschuh, Gesundheitsgymnastik am Morgen oder Sport nach Krebs auf. Mit der Verleihung des Pluspunktes Sport wurde diese Leistung und die hervorragende Arbeit der qualifizierten Übungsleiter zurecht gewürdigt.
Eine ungewöhnliche Kooperation gingen die Turner in den letzten Jahren ein. Nachdem einige Jugendliche unter der Federführung des TGO-Stadionsprechers Marcel Hartig eine Heimat zum Basketball-Spielen suchten, wurden sie von den Turnern gerne aufgenommen und bilden heute ein eigenes Ressort. Eine parallele lässt sich in dieser jüngsten TGO-Geschichte erkennen. Wie bei fast allen Sportarten, die in den 100 Jahren der TGO kamen und gingen, mussten die Gründer mit Vorurteilen und Hürden kämpfen. Dass sich der Kampf allemal lohnt zeigen die etablierten Beispiele. Auch die Handballer und Fußballer hatten ihre Auseinandersetzungen mit Nachbarn auszutragen. Mit gegenseitigem Verständnis hat das in den letzten 100 Jahren geklappt und kann damit auch in den kommenden 100 Jahren funktionieren. (Hinweis Bockwiese, Franz-Michelin)
Abgerundet wird das große Turnangebot durch das Fitness-Ressort unter der Leitung von Sportprofi Manfred Koch - für alle die fit sein und fit bleiben wollen.
Die Abteilung Turnen wird heute von Vera Teschner geleitet, die im Jahr 2008 zudem noch das Amt des Gesamtjugendleiters übernommen hat.
Die enorme Wichtigkeit der Jugendarbeit haben Turngemeinde und die Gemeinde Offenau früh erkannt. Seit Gründung der Abteilungen wurden von Beginn an Jugendgruppen aufgebaut und bis heute hervorragend weitergeführt.
Erfolgreiche Jugendleiter in der TGO sind und waren Albert Schrank, Martha Erlewein, Bernd Gärtner, Peter Klotz und Holger Porsch. Allein diese 5 haben zusammengerechnet über 120 Jahre Jugendarbeit in Offenau geleistet. Eine Leistung die sich auszahlt. Alle Mitarbeiter in der Jugendarbeit der TGO können heute stolz sein auf einen über 40%igen Mitgliederanteil an Kindern und Jugendlichen im Verein. Ein Erfolg, der vor allem durch die hervorragende Jugendarbeit in den einzelnen Abteilungen erzielt wurde. Allein die Tischtennisjugend und die Fußballjugend stellen zusammen 16 Mannschaften in der aktuellen Punktrunde, die Abteilung Tennis 5 Mannschaften. Hinzu die unzähligen Aktivitäten im Breitensport der Turnabteilung und aller anderen Jugendabteilungen  
1994 wählte die TG Offenau den ersten Gesamtjugendvorstand, um die notwendige strukturelle Grundordnung zu bekommen und Kräfte für die TGO bündeln zu können. Diese richtungweisende Strukturänderung war einzig richtig und hat sich bis heute bewährt.   Das größte Ereignis war das 1. Ferienlager 1995 in Reichartshausen. Über 40 Kinder erlebten ereignisreiche Tage am Rande des Odenwaldes. Dazu die Aktivitäten beim Sommerferienprogramm, wo zwischenzeitlich über 1.000 Kinder teilgenommen haben, Fahrsicherheitstrainings für Jugendleiter, Betreuer und Fahranfänger mit der Aktion „Mit Sicherheit zum Sport“.
Auch ortsübergreifend ist Offenau in der Jugendarbeit top. Alleine die Abteilungen Tischtennis und Fußball veranstalten Jahr für Jahr Turniere und Meisterschaften für Jugendmannschaften aus ganz Baden Württemberg. Teilweise sind bis zu 550 Spielerinnen und Spieler an Wochenenden in der Sporthalle, um die Besten ihres Faches zu ermitteln.
In den 1950er Jahren wurden bereits ähnlich große Jugend- und Kinderveranstaltungen in Offenau durchgeführt. Bei Gaukinderturnfesten war ganz Offenau mit auf den Beinen. Während die Kinder heute Geld für Essen und Trinken mitbekommen und der Verkauf von Essen und Trinken ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die TGO ist, mussten die Verantwortlichen zu dieser Zeit die 500 Kinder bei Gastfamilien zum Mittagessen unterbringen. Lieber Holger Porsch, lieber Kay Schuster – das heute zu Meistern wäre schlicht undenkbar, oder ?
Diese Entwicklung der TG Offenau in den vergangenen 100 Jahren von ursprünglich 31 auf fast 1100 war und ist nur durch den hohen persönlichen Einsatz vieler Mitglieder, Vorstände, Abteilungsleitern und Mitarbeitern möglich gewesen. Fast jeder Zweite Offenauer ist heute Mitglied in der TGO.
Das Potential das in der TG Offenau steckt wurde auch von der Gemeinde Offenau erkannt und weitergefördert. Unsere Bürgermeister Walter Wirsching, Johann Michl und heute Michael Folk haben mit ihren Gemeinderäten die TGO mit deren beruflichen und persönlichen Möglichkeiten unterstützt, haben hohes Engagement gezeigt und sind und waren der Turngemeinde Offenau stets offen für alle Sorgen, Probleme und Nöte – auch wenn in den vergangenen Jahren einige unpopuläre Entscheidungen getroffen werden mussten. Ebenso dankeswert ist die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Offenauer Vereine, vor allem beim jährlichen Kornlupferfest, das für die TGO zum gesellschaftspolitischen und finanziellen Großereignis gehört und von allen Abteilungen gerne unterstützt wird.
100 Jahre Geschichte in eine Rede von wenigen Minuten zu packen, heißt, sich auf einige Momente im Leben des Vereins zu beschränken. Momente, Personen und Highlights, die mir beim Blättern in den Chroniken aufgefallen sind und mir von vielen erzählt und berichtet wurden. Habe ich Ihr persönliches Highlight, ihre Person oder ihr Schaffen nicht genannt bitte ich sie um Nachsicht und Entschuldigung. Helfen Sie uns durch Aufschriebe ihres Wissens, durch noch vorhandene Unterlagen die Vergangenheit nicht zu vergessen. Der Vorstand nimmt ihre Manuskripte und Notierungen für die Archivierung gerne entgegen.
Mein Dank gilt heute besonders Peter Klotz und Franz Rittenauer für die Unterstützung bei den Fotos, sowie an Karl Steiner, Albert Schrank, Josef Krach und Erich Hofmann für die Interviews.
100 Jahre Sportgeschichte der TGO hat Peter Klotz in der Festschrift des Jubiläums zusammengefasst. Nach dem Ende des offiziellen Teils am heutigen Abend zeigen wir Ihnen noch einen Super8-Film aus den 1970ern Jahren. Rudolf Mager hat mit seiner Kamera viele interessante und lustige Szenen aus dem Leben der TGO gefilmt. Seine Tochter Sibylle Rölle hat extra fürs 100jährige Jubiläum aus den Filmen einen 30-minütigen Zusammenschnitt gemacht. Lassen sie sich überraschen !!
Beim großen Jubiläumswochenende im Juni werden wir noch mehr Geschichten, Mythen und Legenden aus der Sportgeschichte der TGO präsentieren, Geschichten der Offenauer Sportheimwirte Josef Krach und Otto Schad, Erinnerungen an die legendären Paprikaschnitzel im Adler oder bis zur Decke gestapelte Bierkisten nach Heimspielen im Lamm. Dazu kommen viele Interviews und Gespräche mit ehemaligen und aktuellen Persönlichkeiten aus 100 Jahren Turngemeinde Offenau.
Bis dorthin sage ich vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich, Sie beim Abend der Legenden und Persönlichkeiten im Juni auf dem Sportgelände „Am Mühlweg“ zu begrüssen.
Vielen Dank.

Jürgen Kowol

Sponsoren &
Partner
Volleyball


 


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